Maskulinisierung in Bonn
Schönheitseingriffe und ästhetische Behandlungen sind längst kein Tabuthema mehr. Durch soziale Medien sprechen immer mehr Menschen über ihre persönlichen Erfahrungen, berichten von Behandlungen und gehen offen mit ästhetischen Korrekturen um.
Das gilt längst nicht mehr ausschließlich für Frauen. Viele Männer setzen sich heute intensiver mit ihrem Erscheinungsbild auseinander. Noch vor einigen Jahren konzentrierte sich das ästhetische Ziel vieler Männer vor allem auf einen definierten, muskulösen Körper. Inzwischen ist auch das Gesicht stärker in den Fokus gerückt.
Immer mehr Männer interessieren sich für die gezielte Optimierung einzelner Gesichtspartien. In den sozialen Netzwerken erreicht diese Entwicklung mit dem sogenannten Looksmaxxing einen neuen Höhepunkt.
Was sich hinter diesem Trend verbirgt, welche Methoden kritisch zu betrachten sind und welche seriösen Möglichkeiten die Gesichtschirurgie beim Mann bietet, erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.
Schönheitsideale im Wandel: Von der Antike bis zum Looksmaxxing
Für Frauen gelten bereits seit den frühen Hochkulturen der Menschheit bestimmte Schönheitsideale. Diese verändern sich zwar kontinuierlich, verlieren aber nie vollständig an gesellschaftlicher Bedeutung. Auch männliche Schönheitsideale spielten schon in der Antike eine wichtige Rolle.
Mit dem gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert veränderte sich die Wahrnehmung der Geschlechter deutlich. Frauen wurden zunehmend als das „schöne Geschlecht“ betrachtet, während Männer auf Schminke und auffällige Kleidung verzichten sollten.[1] Beim Mann blieb vor allem das Ideal eines kräftigen und trainierten Körpers bestehen.
Im vergangenen Jahrzehnt ist die Ästhetik des Mannes erneut stärker in den Fokus gerückt. Soziale Medien und ein gesellschaftlicher Wandel weg von traditionellen Geschlechterrollen führen dazu, dass sich immer mehr Männer mit ihrem Aussehen und dem Wunsch nach optischer Selbstoptimierung beschäftigen.
Was bedeutet Looksmaxxing?
Ein moderner Trend, der insbesondere durch die Plattform TikTok bekannt wurde, ist das sogenannte Looksmaxxing. Dabei geht es darum, das eigene Erscheinungsbild gezielt zu optimieren und einem bestimmten Schönheitsideal möglichst nahezukommen.
Das Spektrum reicht von sinnvollen Maßnahmen wie Körperpflege, Hautpflege, einer ausgewogenen Ernährung und sportlicher Aktivität bis zu gesundheitlich bedenklichen Praktiken. Beim sogenannten „Hardmaxxing“ kommen teilweise extreme Methoden zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise das Bearbeiten des eigenen Kieferknochens mit harten Gegenständen oder die Verwendung illegaler Substanzen.[2]
Von derartigen Methoden ist dringend abzuraten. Sie können zu schweren und dauerhaften gesundheitlichen Schäden führen. Wer sich eine Veränderung bestimmter Gesichtspartien wünscht, sollte sich stattdessen fachärztlich beraten lassen.
Gesichtschirurgie beim Mann: Welche Möglichkeiten gibt es?
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Erscheinungsbild und der Wunsch nach einer ästhetischen Veränderung sind gesellschaftlich weit verbreitet. Zwar werden solche Wünsche auch durch Ideale und Trends beeinflusst, sie sollten jedoch immer aus einer persönlichen und realistischen Motivation entstehen.
In einem gesunden Maß spricht nichts dagegen, sich eine ästhetische Veränderung zu wünschen. Neben einem gesunden Lebensstil kann die Plastische und Ästhetische Gesichtschirurgie dazu beitragen, einzelne Gesichtspartien harmonischer zu gestalten oder altersbedingte Veränderungen zu behandeln.
Lidstraffung beim Mann
Die Augenlidkorrektur beziehungsweise Blepharoplastik gehört auch bei männlichen Patienten zu den häufig nachgefragten Eingriffen. Zu den möglichen Behandlungen gehören die Oberlidstraffung, die Unterlidstraffung sowie kombinierte Verfahren.
Behandelt werden können unter anderem Hautüberschüsse, ausgeprägte Schlupflider und Tränensäcke. Ziel einer Lidstraffung ist kein verändertes oder unnatürlich wirkendes Gesicht. Vielmehr kann die Augenpartie wacher, frischer und vitaler erscheinen.
Facelift und Halslifting beim Mann
Ein Facelift kann erschlaffte Gesichtszüge behandeln und das Gesicht insgesamt verjüngen. Abhängig vom individuellen Befund kann es sinnvoll sein, gleichzeitig den Halsbereich zu straffen.
In der Beta Aesthetic wird unter anderem das Deep Plane Facelift angewendet. Bei dieser Methode werden nicht nur oberflächliche Hautschichten behandelt. Die Straffung erfolgt innerhalb tiefer liegender anatomischer Strukturen und schließt das sogenannte SMAS (Superficial Musculo-Aponeurotic System) ein – ein Netzwerk aus Muskeln, Fett- und Bindegewebe.
Abgesunkene Strukturen können dadurch neu positioniert werden. Ziel sind langfristige, harmonische Ergebnisse, ohne dass das Gesicht sichtbar „operiert“ oder unnatürlich gestrafft wirkt.
Bei einer Kombination mit einem Halslifting wird zusätzlich die Hals- und Kinnlinie behandelt. Gerade dieser Bereich wird häufig unterschätzt, hat aber einen unmittelbaren Einfluss darauf, wie markant und wie alt ein Gesicht wahrgenommen wird.
Nasenkorrektur beim Mann
Die Nase hat sowohl bei Frauen als auch bei Männern einen wesentlichen Einfluss auf das gesamte Erscheinungsbild. Im Rahmen einer Nasenkorrektur beziehungsweise Rhinoplastik können Form, Größe und Proportionen der Nase individuell angepasst werden.
Abhängig vom Befund kann die Nase verkleinert, vergrößert oder begradigt werden. Auch ein Nasenhöcker, eine breite Nasenspitze oder auffällige Nasenlöcher können korrigiert werden.
Bei männlichen Patienten ist eine sorgfältige Planung besonders wichtig: Die Nase soll sich harmonisch in das Gesicht einfügen, ohne dabei ihre individuelle oder maskuline Wirkung zu verlieren.
Gesichtsmaskulinisierung in Bonn
Manche männlichen Patienten kommen nicht wegen einer einzelnen Problemzone in die Beta Aesthetic, sondern wünschen sich eine ganzheitliche Veränderung ihres Gesichts. Häufig steht dabei der Wunsch im Vordergrund, markanter oder maskuliner auszusehen.
Das kann trans Männer ebenso betreffen wie cis Männer, deren Gesicht von Natur aus weichere oder femininere Proportionen aufweist.
Bei einer Gesichtsmaskulinisierung – auch Facial Masculinization Surgery (FMS) genannt – können verschiedene Gesichtsbereiche behandelt werden. Je nach Ausgangssituation kommen gezielte Veränderungen an Knochen, Weichteilen und Proportionen infrage.
Im Mittelpunkt stehen häufig:
- der Unterkiefer und die Kieferwinkel,
- das Kinn,
- die Stirn und die Augenbrauenpartie,
- die Wangen- und Jochbeinregion sowie
- die Form und Projektion der Nase.
Das männliche Gesicht wirkt typischerweise kantiger und besitzt häufig eine breitere Stirn, einen stärker ausgeprägten Unterkiefer sowie ein markanteres Kinn. Welche Veränderungen sinnvoll und medizinisch vertretbar sind, muss jedoch immer individuell beurteilt werden.
Eine Gesichtsformung beziehungsweise ein Face Shaping kann dabei einzelne Proportionen harmonisieren. Bei ausgeprägteren Veränderungen können operative Verfahren oder eine Kombination verschiedener Behandlungen erforderlich sein.
Individuelle Beratung statt kurzlebiger Trends
Die Gesichtschirurgie beim Mann bietet heute vielfältige Möglichkeiten. Entscheidend ist, sich intensiv mit den eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen und realistische Erwartungen an eine Behandlung zu entwickeln.
Das unkritische Hinterherjagen schnelllebiger TikTok-Trends kann sich negativ auf das Selbstbild und im schlimmsten Fall auf die körperliche Gesundheit auswirken. Von extremen Methoden des sogenannten Hardmaxxings ist deshalb unbedingt abzusehen.
Eine professionelle fachärztliche Beratung bietet die Möglichkeit, Wünsche, anatomische Voraussetzungen, Chancen und mögliche Risiken gemeinsam zu besprechen. Nicht jede gewünschte Veränderung erfordert einen operativen Eingriff. Entscheidend ist ein individueller Behandlungsplan, der die Persönlichkeit und die natürlichen Proportionen des Gesichts berücksichtigt.
Beratung zur Gesichtschirurgie beim Mann
Gerne besprechen wir Ihr Anliegen persönlich mit Ihnen und erläutern, welche Behandlungsmöglichkeiten für Ihre individuellen Voraussetzungen infrage kommen.
Quellen
-
Bayerischer Rundfunk:
Geschichte der Schönheit und Schönheitsideale
-
Deutschlandfunk Kultur:
Looksmaxxing und toxische Männlichkeitsbilder auf TikTok








